Weichensteller 2019

Die Stiftung „NiedersachsenMetall“ hatte einen Wettbewerb ausgelobt, um besonders engagierte Lehrkräfte und Teams auszuzeichnen.

Aus unserer Schule wurden das Team „Nawaro“, das Team in Hankensbüttel und als einzelne Lehrkraft Jürgen Schinski vorgeschlagen. Alle drei schaffte es bis in die letzte Runde der Vorauswahl, was eine ganz besondere Leistung darstellt. Gewonnen hatte das Rennen dann Jürgen Schinski. Im Rahmen einer Festveranstaltung in Salzgitter, bei der der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, der Regionalabteilungsleiter der NLSchB in Braunschweig und der Geschäftsführer der Stiftung NiedersachsenMetall anwesend waren, wurde Jürgen Schinski als „Weichensteller 2019“ ausgezeichnet. Einige Kolleginnen und Kollegen waren dabei, als Jürgen Schinski die Auszeichnung überreicht bekam.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg und der Auszeichnung!

Veranstaltungen

Der Tag, an dem ein Zeitzeuge unsere Generation zu Zeugen der Zeit machte

Mit einem freundlich einladenden „Shalom“ begrüßte uns Sally Perel zu seiner Buchvorstellung „Ich war Hitlerjunge Salomon“, indem sich die Worte zu seiner Lebensgeschichte zusammensetzen.

Der im Jahre 1925 in Deutschland geborene Israelit nahm uns mit in die Zeit, die wie ein Schatten über uns liegt. Ehrlich und anschaulich erzählte Herr Perel von seiner viel zu früh endenden Kindheit durch den Kriegsbeginn, von dem Abschied seiner Familie, der für immer sein sollte. Wie er sich selbst den Rücken kehrte, mit einer Lüge aufwachte und wieder einschlief, um als Teil der Hitlerjugend zu überleben. Ein Kampf, der ihn vier lange Jahre kostete und Spuren hinterließ, die ihn bis heute verfolgen.

Nicht weit voneinander entfernt lebten Sally Perel und seine Eltern verschiedene Welten.

Während seine Eltern ins Ghetto mussten, schaffte es Sally mit seinem starken Überlebenswillen seine wahre Identität zu verschleiern und wurde deutscher Soldat der Hitlerjugend, später in der Hitlerschule sogar als baltisch/arisch identifiziert.

Zu jeder Minute in Angst lebend enttarnt zu werden, das komische Gefühl gemocht zu werden; für jemanden, der er eigentlich gar nicht war. Die sich entwickelnde Freundschaft zu einem Homosexuellen und das Schweigen über ihre Person wurde zu einem Geheimnis, das sie vereinte. Um ihn herum starben Millionen von unschuldigen Menschen, Kinder, die gerade erst das Licht der Welt erblickten. Noch heute hört er die klagenden Schreie aus der Asche.

Doch Perel wuchs mit seinem Ja zum Leben, nicht zuletzt um den letzten Auftrag seiner geliebten Mutter zu erfüllen. „Du sollst leben“, sagte sie und Sally ist sich sicher, dass dies die Stärke war, die er all die Jahre in sich trug und immer noch trägt. Diese Stärke zeigt er, indem er zwei Mal im Jahr an Schulen reist, um seine Geschichte zu erzählen. Er bittet weder um Tränen, noch um Verzeihung. Sally Perel möchte sich vor allem an unsere Generation richten, die etwas verändern kann. Wir können verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Irgendwann sind wir die Letzten, die unsere Geschichte erzählen können und müssen. Unsere Geschichte, die niemals in Vergessenheit geraten darf. Es ist keine Schuld darüber zu reden, es versuchen zu verstehen; es ist Schuld, wenn wir schweigen.

19.09.18, Alicia Hornei (Augenoptikerklasse 17 C)